Online Learning Communities – Einführung

Mit Hilfe von Online Learning Communities können Lernprozesse stärker in die Arbeit integriert werden. Auf diese Weise verschmelzen Lernen und Arbeiten miteinander. In diesem Blitz erfahren Sie mehr über die Vorteile von Online Learning Communities und welche Herausforderungen damit verbunden sind.

Download: wissens.blitz (18)

Haben Sie schon einmal in einer Lerngruppe gelernt? Falls ja, war das hilfreich für Sie? Der Nutzen einer Lerngruppe kann sehr unterschiedlich ausfallen – z.B. je nach Lernstoff, Lerntyp, Zusammensetzung der Gruppe. Zunehmend werden auch Online-Technologien zur Unterstützung von Lern­gemeinschaften eingesetzt – man spricht dann von sog. Online Learning Communities (OLC).

Learning Community: Begriffsdefinition

Unter einer Learning Community (LC) wird eine Gruppe von Personen verstanden, die ein gemein-sames Lerninteresse oder ein gemeinsamer       Lernauftrag verbindet.

Das Ziel einer solchen Lerngemeinschaft besteht darin, auf der Basis von kooperativen Arbeits- und Lernprozessen über einen längeren Zeitraum Wissen aus­zutauschen, zu erwerben und weiterzuentwickeln. LCs unterstützen formelle wie auch informelle Lernprozesse. Wichtig ist sowohl der persönliche (ich lerne) als auch der gemeinsame Lernprozess (wir lernen).

Prinzip des Gebens und Nehmens

Jedes Community Mitglied ist gleichzeitig Beitragender und Lernender. Durch das Einbringen des eigenen Wissens bzw. der eigenen Erfahrung kann sowohl das gemeinsame Wissen als auch die individuelle Expertise erweitert werden. In einer LC herrscht somit das Prinzip des Gebens und Nehmens. Dies erfordert die Bereitschaft und Fähigkeit aller Beteiligten, Zeit und Aufmerksamkeit sowie Wissen und Erfahrung zu investieren.

Organisationsintern vs. -übergreifend

Neben den häufiger anzutreffenden organisations­internen existieren auch organisations­übergreifende OLCs. Insbesondere letztere können dazu dienen, bestehende Netzwerke und/oder Kooperationen mit anderen Organisationen zu nutzen und auszubauen. Dies erfordert jedoch, dass Informationen der einen Organisation den Mitgliedern der OLC aus anderen Organisationen zugänglich gemacht werden dürfen. Ansonsten wird das Prinzip des Gebens und Nehmens verletzt. Für organisationsübergreifende OLCs spricht, dass sie eine breite und wertvolle Wissensbasis bieten und besonders anregend und motivierend sein können, Neues auszuprobieren.

Vorteile

In einer OLC kann Lernen in einem fachlichen und sozialen Kontext direkt am Arbeitsplatz stattfinden (situatives Lernen). Die MitarbeiterInnen können – gemäß ihres individuellen Wissensstandes – zeitnah dann ihre Wissensbasis erweitern, wenn sich ein entsprechender Bedarf im laufenden Arbeitsprozess ergibt. So können mit Hilfe von OLCs Lernprozesse stärker in die Arbeit integriert werden.

Ein weiterer großer Vorteil von OLCs gegenüber anderen Lernformen ist die Möglichkeit, neben Faktenwissen auch Handlungswissen untereinander auszutauschen und dokumentieren zu können. Im Rahmen der Dokumentation reflektieren die Teilnehmenden über ihr Wissen und werden sich dessen bewusst, woraus weiterer Nutzen für die Organisation resultiert. Darüber hinaus werden in OLCs auch metakognitive Prozesse gefördert, also das Reflektieren über den Lernprozess selbst.

In OLCs können dabei auf einfache und flexible Weise Personen miteinander in Kontakt gebracht werden, die sonst kaum in eine gemeinsame Lernbeziehung treten würden (z.B. Berufsanfänger und „alte Hasen“). Weiterhin bereiten kooperative Lernformen häufig mehr Spaß als allein zu lernen. OLCs können andere Lernformen wie E-Learning oder Blended Learning ergänzen und so der Nachhaltigkeit bzw. dem Transfer von Gelerntem dienen.

Herausforderungen

Eine der größten Herausforderungen von Communities allgemein ist deren Aufrechterhaltung über einen längeren Zeitraum. Nicht nur das Zustandekommen, sondern insbesondere der Fortbestand einer OLC basieren auf der Motivation aller Teilnehmenden ihr Wissen zu teilen sowie deren Eigeninitiative. Dies setzt auch die Fähigkeit zur Selbstorganisation voraus (selbstgesteuertes Lernen). Vor diesem Hintergrund ist der Einsatz eines Moderators empfehlenswert. Er steht den Teilnehmenden organisatorisch und lernunterstützend, vereinzelt auch fachlich zur Seite.

Häufig behindern organisationale Einflussfaktoren wie eine stark hierarchisch geprägte Unternehmenskultur oder internes Konkurrenzdenken die Bereitschaft, sich einzubringen. Lesen Sie bald mehr über Erfolgsfaktoren der Implementierung von OLCs auf wissensdialoge.de.

Fazit: In OLCs können Lernen und Arbeiten zusammen wachsen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung von Lernen am Arbeitsplatz.

 

 

Zitieren als: Behringer, N. (2011). Online Learning Communities – Einführung. wissens.blitz (18). http://www.wissensdialoge.de/online_learning_communities_einfuehrung

Nicole Behringer

Dr. Nicole Behringer ist bei Daimler Financial Services zuständig für die strategischen Themen im Bereich Global Sales Training. Sie studierte Psychologie an der Universität Jena und promovierte am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie motivationale Faktoren des Wissensaustauschs. Auf wissensdialoge.de schreibt sie vor allem über die Themen E-Learning, Enterprise 2.0, Wissensmanagement und Organisationsentwicklung.

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Nicole Behringer

Dr. Nicole Behringer ist bei Daimler Financial Services zuständig für die strategischen Themen im Bereich Global Sales Training. Sie studierte Psychologie an der Universität Jena und promovierte am Leibniz-Institut für Wissensmedien in Tübingen. In ihrer Doktorarbeit untersuchte sie motivationale Faktoren des Wissensaustauschs. Auf wissensdialoge.de schreibt sie vor allem über die Themen E-Learning, Enterprise 2.0, Wissensmanagement und Organisationsentwicklung.

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