Lösungen statt Probleme! Was Lösungsorientierung bringt.

Unternehmen und Organisationen interessieren sich für Lösungen, nicht für die möglichst genaue Beschreibung und Erklärung eines Problems. Manchmal scheint genau das die Sprachbarriere zwischen Theorie und Praxis, zwischen Psychologie und Betriebswirtschaft, zwischen Forschenden und Auftraggebern aus der Wirtschaft zu sein.

Die genaue Definition des Problems, das Infrage stellen von Erklärungen zur Ursache des Problems, und das Suchen nach vermuteten oder tatsächlichen Begrenzungen kann wichtig für die Lösung sein. Dabei kann ein theoretischen Modell, eine Theorie oder ein wissenschaftlichen Konzept helfen. Dann geht es aber um die Lösung, die Ursache oder die Entstehungsgeschichte ist dann of nicht mehr wichtig.

Die Lösungsorientierte Haltung gehört ist ein wichtiger Aspekt von Consulting und Coaching. Die zentrale Idee, ist, den Fokus auf Wünsche, Ziele und Ressourcen zu legen, statt nur auf ein Problem, dessen Ursache und Entstehung. Da hinter steht die Idee, dass ein Problem nicht von außen gelöst werden kann, sondern nur von den Beteiligten selbst, von innen heraus. Die Verantwortung für die Lösung bleibt bei den Betroffenen, nicht bei Beratern oder Coaches.

Damit verbunden ist die Überzeugung, dass die für eine Lösung notwendigen Ressourcen bereits vorhanden sind und nur entdeckt und genutzt werden müssen. Auf dieser Grundlage lassen sich die drei folgenden zentrale Ideen der Lösungsorientierung beschreiben, die auf die solution focused therapy (lösungsfokussierte Kurztherapie) zurück gehen, die von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg entwickelt wurde.

Die Frage nach dem Unterschied!

Durch gezieltes Fragen wird die Aufmerksamkeit auf Situationen gelenkt, in denen das Problem nicht aufgetreten ist. Das kann dazu beitragen, dass die Variabilität von Verhaltens entdeckt wird, und den Einfluss bestimmter Situationen (oder anderer Personen) auf eigenes Wahrnehmen, Erleben und Verhalten genauer betrachtet. Damit verbunden ist auch die Überzeugung, dass bereits kleine Veränderungen innerhalb eines Systems große Auswirkungen haben können und Ausnahmen immer einen Hinweis auf mögliche Lösungen geben.

Nutze, was da ist!

Lösungsorientierung fokussiert auf Ressourcen, die zur Verfügung stehen. Deshalb werden die betroffenen Personen als Experten für das eigene Anliegen ernst genommen. Jeder Person kann meist selbst einschätzen, was funktioniert und zielführend ist. Es geht darum, die Fähigkeiten und Kompetenzen, die bereits vorhanden sind, für Veränderungen zu nutzen und um alternative Verhaltensweisen auszuprobieren. Es geht darum Ressourcen, zu nutzen, die in einem Unternehmen oder einer Organisation bereits vorhanden sind.

Finde heraus, was gut funktioniert!

Bei der Lösungsorientierung geht es darum, pragmatisch und kreativ mögliche Handlungsoptionen zu entdecken. Dahinter steht die Erfahrung, dass es aufwendig und anstrengend ist, ein Problem zu bekämpfen, eine Verhaltensweise aufzugeben oder etwas zu verhindern. Leichter fällt es, etwas Neues auszuprobieren und mögliche Alternativen durchzuspielen. Der Fokus liegt hier auf dem, was in der Gegenwart funktioniert. Daraus werden Strategien für die Zukunft abgeleitet. Statt die Ursache des Problems genau zu analysieren gilt die Idee: Wenn etwas nicht funktioniert, probiere etwas anders. Es wird nicht hinterfragt, warum eine Intervention nicht funktioniert hat, eine Idee nicht passend war, oder eine Lösungsstrategie nicht erfolgreich war.

Lösungsorientierte Fragetechniken

Das gezielte Fragen ist wesentlich für den Fokus auf die Lösung. Fragen nach bisherigen Lösungsmöglichkeiten oder Ausnahmen lenken den Fokus Ressourcen, die bereits zur Verfügung stehen

  • Wann (wie lange, wie oft, wo, mit wem, in welchem Kontext … ) ist [das Problem] nicht aufgetreten?
  • Was haben Sie anders gemacht, als [das Problem] nicht aufgetreten ist.
  • Was können Sie davon übernehmen?

Eine Methode, für die Frage nach dem Unterschied sind Skalierungsfragen („Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Vorschlag zur Lösung führt?“).  Sie machen den Unterschied zwischen einem Ist-Zustand und einem Soll-Zustand klar, oder machen eine Verbesserung messbar.

In diesem Beitrag habe ich das Buzzword „Lösungsorientierung“ etwas genauer beschrieben und vier Aspekte genannt, die eine lösungsorientierte Haltung in Beratungs- und Consulting-Projekten beschreiben. Probieren Sie aus, wenn Sie dem nächsten Problem, der nächsten Herausforderung in Ihrer Unternehmen oder Ihrer Organisation mit einer lösungsorientierten Haltung begegnen.

Johannes Moskaliuk

Johannes Moskaliuk arbeitet als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Wissensmedien und als Hochschullehrer an der International School of Management. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist digitales Lernen und Arbeiten. Außerdem ist er Geschäftsführer der ich.raum GmbH und arbeitet als Business-Coach mit einem Schwerpunkt auf wertorientierter Führung und Kommunikation.

Vollständiges Profil anzeigen. - Website

Follow Me:
TwitterFacebook

Johannes Moskaliuk

Johannes Moskaliuk arbeitet als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Wissensmedien und als Hochschullehrer an der International School of Management. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist digitales Lernen und Arbeiten. Außerdem ist er Geschäftsführer der ich.raum GmbH und arbeitet als Business-Coach mit einem Schwerpunkt auf wertorientierter Führung und Kommunikation.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.