Ein persönlicher Rückblick zum 60. und ein ‚vielen Dank und alles Gute‘

Zunächst: Keine Sorge, Wissensdialoge.de geht weiter. Aber nach 19 Wissensblitzen und 40 Wissensdialogen wird dies mein 60. und letzter Beitrag sein.

Ich hatte Anfang 2011 — als einer von 10 (oder 8?) Personen — die Website mit gegründet. Meine Motivation war vor allem dazu beizutragen, den Bruch zwischen der psychologischen Forschung und der Praxis zu kitten. Die Psychologie hat so viele gute Methoden und hilfreiche Befunde, die aber oft nicht in die Praxis gelangen. Trotz Organisationen, die sich das auf ihre Fahnen geschrieben haben. Und für mich war es oft unangenehm zu wissen, dass es besser geht. Dass bessere Methoden und Techniken vorhanden sind. Oder dass in der Praxis oft Dinge behauptet werden, die empirisch mehr als fragwürdig sind (in der Forschung z. T. auch, aber das ist ein anderes Thema).

Entsprechend war ein solcher Blog für mich der richtige Weg, einen Beitrag zu einer verbesserten Kommunikation zwischen psychologischer Forschung und Praxis zu leisten. Schnell, unkompliziert, einfach, bottom up.

Inzwischen hat sich Wissensdialoge.de weiter entwickelt — in letzter Zeit hin zu einer Formalisierung (zu was genau, werden die anderen Wissenswerker noch mitteilen). Vermutlich der richtige Schritt für Wissensdialoge.de, aber für mich ein Impuls, aus dem Blog auszusteigen.

Und im letzten Beitrag von mir die Gelegenheit für einen Rückblick auf meine Beiträge zu nutzen.

Insgesamt habe ich ziemlich heterogene Themen bedient, aber ein paar Cluster haben sich abgezeichnet:

Wissenschaft und skeptisches/kritisches Denken

Mir ist v.a. wissenschaftlich sauberes Vorgehen wichtig. U.a. weil ich als Psychologe sehe, wie viel Schindluder mit Studien getrieben wird. In der Hinsicht ist auch die inzwischen aufgekommene Debatte über „Fake News“ nicht weiter überraschend. Beiträge dazu von mir waren u.a.:

Diversity & Gender

Gender/Diversity kam mehrfach auf, allerdings von einer anderen Perspektive betrachtet als üblich. Wobei ich mich nicht festlegen würde, ob es „nicht mainstream“ ist — oder schlicht ein Fall von „Des Kaiser’s neue Kleider“. In jedem Fall hat es für interessante Diskussionen gesorgt — und es war sehr augenöffnend wo andere Personen stehen. Generell plädiere ich dafür, Personen als Individuen zu würdigen — und nicht als Repräsentanten von Gruppen zu behandeln. Aber im ersten Schritt würde es mir schon reichen, wenn man sich von der emotionalen „Argumentation“ verabschieden würde und einfach über die Themen offen reden könnte.

Arbeitstechniken, Zeit, Kreativität

Unter anderem weil ich seit 2009 einen Blog zu dem Thema schreibe (und ein Buch herausgebracht habe), waren Arbeitstechniken, inkl. Zeit für Ideen und Kreativität, häufige Themen von mir.

(Un-)Soziale Aspekte der Arbeit

Auch die Interaktion mit Kollegen und Führungskräften war mehrfach Thema.

Gamification und Persuasive Technology

Zwei Themen, die mir am Herz liegen und zu denen ich mehrfach Veranstaltungen (Vorträge/ganze Kurse) gegeben habe. Sie befinden sich in der idealen Schnittmenge zwischen Psychologie und Technik und besitzen ein unglaubliches Potenzial um menschliches Wohlbefinden, Motivation und Arbeitsleistung zu fördern.

Weitere Themen

Neben den Clustern gab es weitere Themen, die in meinen Blick gerückt sind. Versprengt, aber auch für sich interessant.

Hmmm, da waren schon interessante Themen dabei.

Zu guter Letzt bleiben mir nur zwei Dinge.

Zuerst mich bei den Mitautoren:innen zu bedanken. Ich denke, wir haben etwas auf die Beine gestellt, was sich sehen lesen lassen kann. Und ich wünsche euch viel Erfolg für die nächste Phase der Wissensdialoge.de.

Aber vor allem möchte ich mich bei den Lesern:innen zu bedanken. Es hat Spaß gemacht. Allein schon zu versuchen, komplexe Themen auf den Punkt zu bringen und zu emotionalen Themen eine eigene Perspektive zu vertreten. Es hat mir geholfen, Themen besser zu durchdringen und mir klar zu werden, was mir wichtig ist. Und warum.

Kurz, es hat mir etwas gebracht. Ich hoffe, für Sie war auch etwas dabei.

Viele Grüße, vielen Dank und alles Gute

Daniel Wessel

Ein Gedanke zu „Ein persönlicher Rückblick zum 60. und ein ‚vielen Dank und alles Gute‘

  • 1. Oktober 2019 um 10:26
    Permalink

    Lieber Daniel, das ist sehr schade! Danke, dass Du Teil unseres Teams warst. 60 Beiträge – das kann sich wirklich „lesen lassen“. Für mich war auf jeden Fall was dabei. Und ja: Viele Grüße, vielen Dank und alles Gute 😉 Johannes Moskaliuk

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