9 Impulse für einen Neuanfang in 2020: Jubiläumsbeitrag zu 9 Jahre wissensdialoge.de

Unseren Blog www.wissensdialoge.de gibt es nun bereits seit 9 Jahren! Vieles ist altbewährt, einiges ist neu – unter anderem, dass wir seit einigen Wochen ein Verein sind, bei dem man Mitglied werden und auf unterschiedliche Arten beitragen kann (genauere Infos folgen in Kürze). Aus diesem Anlass möchten wir gerne die „positive Neuanfangs-Energie“, die ein neues Jahr mit sich bringt, nutzen und zur Feier unseres 9. Jubiläums 9 Impulse für einen Neuanfang mit Ihnen teilen.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – so steht es in Hermann Hesse’s Gedicht „Stufen„.  Ein neuer Anfang kann wie ein unbeschriebenes Blatt oder eine leere Leinwand sein, auf der ein neues Bild entsteht. Es kann Aufbruch heißen und bedeuten,  sich von Altem, Liebgewonnenem zu trennen und Abschied zu nehmen. Manchmal heißt ein Neuanfang auch, „die Scherben aufzukehren“ und noch einmal von vorne zu beginnen. Und immer ist es ein Abenteuer und eine Reise ins Ungewisse – eine neue Chance. Hier sind 9 persönliche Impulse von uns für mögliche Neuanfängerinnen und Neuanfänger:

1) Einfach machen – Ein Impuls von Dr. Katrin Wodzicki

So wichtig Planung im Vorhinein und Reflexion im Prozess sind, ins Tun kommen ist ebenso wichtig – insbesondere wenn man neues Terrain betritt. Es ist einfach unmöglich, alles im Vorhinein zu bedenken. Was funktioniert und was nicht, findet man erst im Tun heraus. Ich betrachte das Betreten von neuem Terrain als ein Experiment: Planen, Umsetzen, Beobachten – dann den Plan anpassen, Umsetzen, Beobachten – und wieder von vorn. In möglichst kurzen Zyklen. Mir hilft es, Neues gelassen in Angriff zu nehmen. Denn ich erwarte nicht, dass alles beim ersten Versuch gleich funktioniert. Vielmehr entwickle ich so Spaß daran, mein Tun immer mehr meiner Umgebung – den Reaktionen und Erwartungen – anzupassen. Das Schöne dabei ist, dass man das Ergebnis seines Tuns so wachsen und gedeihen sehen kann. Versuchen Sie es!

2) Neue Pfade bahnen mit der 30 Day Challenge – Ein Impuls von Dr. Nicole Behringer

Ich persönlich nutze gerne die 30 Day Challenge, um Dinge in meinem Leben zu verändern. Das bedeutet, dass ich 30 Tage lang etwas Bestimmtes immer wieder tue – und zwar JEDEN Tag, ohne Ausreden. Eine solche Challenge kann zum Beispiel das Ziel haben, mehr Sport zu treiben, die Wohnung auszumisten oder auch eine Sprache zu erlernen bzw. zu reaktivieren. Wichtig ist dabei, das Ziel nicht zu hoch zu stecken, sondern sich kleine Einheiten vorzunehmen (sog. Mini Habits). Statt also den Vorsatz zu fassen, von nun an drei Mal pro Woche ins Fitnesscenter zu gehen, könnte man bei einer 30 Day Challenge täglich 10 Minuten zu Hause ein paar Übungen zu machen. Im Grunde geht es darum, eine neue Routine zu entwickeln, denn unser Gehirn braucht ständige Wiederholung, um neue Bahnen anzulegen. Stellen Sie sich einen großen verschneiten Platz vor: Einzelne Spuren im Schnee werden schnell wieder verweht. Aber der Weg von der Glühweinbude zur Toilette wird so oft gegangen, dass dort ein Trampelpfad entsteht. Und genau darum geht es bei der 30 Day Challenge – Sie gehen jeden Tag aufs Neue diesen neuen Pfad und es wird Ihnen immer leichter fallen. Probieren Sie’s aus! Mehr Tipps zur 30 Day Challenge finden Sie hier. Ich wünsche Ihnen viel Spaß auf Ihren neuen Wegen!

3) Dr. Barbara Kump’s Impuls: Hören Sie eine Hymne!

Haben Sie es bei einem Neuanfang schon mal mit Musik versucht? Für dramatische Neuanfänge eignet sich beispielsweise hervorragend Gloria Gaynor’s „I will survive“. Sommerliche Neuanfänge unterstützt „Sommerregen“ der Fantastischen 4. Bei verwirrenden Situationen, wo am Ende (hoffentlich) ein Neuanfang stehen wird, empfiehlt sich Tina Dico’s „Count to ten“. Und für einen Neuanfang mit Paukenschlag die ultimative Neuanfangs-Hymne von Nina Simone, denn: „It’s a new day, it’s a new dawn, it’s a new life…  and I’m feelin‘ good…!“

4) Digital entgiftet ins neue Jahr? Impuls von Dr. Johannes Moskaliuk
Twitter, Linkedin, Instagram, WhatsApp. Welche digitalen Kommunikationsmedien nutzen Sie, um sich zu informieren und mit anderen zu auszutauschen? Und sind Sie zufrieden, mit der Rolle dieser Medien in Ihrem privaten und beruflichen Alltag? Erleben Sie Ihre Mediennutzung als ausgewogen und zielführend, angemessen und gesund?  Eine Lösung, das herauszufinden, ist Digital Detox, digitale Entgiftung also: Eine Zeit ohne Smartphone verbringen, wieder mehr analog kommunizieren, die eigene Umwelt bewusst wahrnehmen. Für einen echten Neustart hilft, sich dabei zu überlegen: Wo bietet mir ein digitales Kommunikationsmedum einen echten Mehrwert? Wo fehlt es mir? Und wo nutze ich es nur, aus Gewohnheit? Oder weil es da ist und alle es nutzen?

5) Plane Dein Jahr – für einen entspannten Start von Dr. Johanna Disselhoff

Wir wünschen uns fürs neue Jahr sehr oft einen Neuanfang und sprechen dem neuen Jahr eine besondere Magie zu. Allerdings kann das neue Jahr alleine nicht unser Leben ändern, das können wir nur selbst. Wenn das neue Jahr wirklich besser werden soll, als das alte, dann kann eine durchdachte Jahresplanung den entscheidenden Unterschied machen. Um das neue Jahr zu planen, sollten Sie sich ein bis zwei Stunden Zeit nehmen und zunächst das alte Jahr Revue passieren lassen. Was war gut, was hat Spaß gemacht, was hat Ergebnisse gebracht und was vielleicht auch nicht? Im zweiten Schritt können Sie dann Ihr Ziel für das neue Jahr festlegen und definieren, worauf Sie sich fokussieren wollen. Und im dritten Schritt machen Sie sich einen konkreten Plan der nächsten 12 Monate. Tragen Sie bestehende Termine schon mal ein, planen Sie Ihre nächsten Schritte ein und vor allem: vergessen Sie nicht Ihre Urlaube und Pausen einzuplanen. So kann das neue Jahr kommen. Wie das alles genau funktioniert, habe ich in einer Podcast-Folge ganz genau erklärt (klick).

6) Dr. Christina Matschke empfiehlt Neuanfänge zu Mittag

Neuanfänge brauchen gar nicht groß und dramatisch, teuer und spektakulär zu sein. Manchmal mache ich einen Neuanfang, wo er gar nicht hingehört, nämlich mittags! Manche Tage sind ja einfach nur verkorkst: sie fangen schlecht an, werden nur schlimmer und enden katastrophal. Meistens bin ich irgendwann so am Ende mit meiner Kraft und Geduld, dass ich, ohne dass ich das will, selbst durch meine schlechte Stimmung und Dünnhäutigkeit zur Eskalation beitrage. An solchen Tagen hilft ein simpler Trick: Fangen Sie den Tag mittags nochmal an! Machen Sie einen Haken an die erste Tageshälfte und geben Sie der zweiten eine echte Chance. Es ist überraschend, wie sich manche Tage doch noch entpuppen, wenn man sie lässt! Und wenn der Tag schon vorbei ist:  Probieren Sie es mit der „dritten Tageshälfte“: dem Abend. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Verdammen aber auch nicht.

7) Saskia Dreßler: Kleine „Seelenstreichler“ als Belohnung für Zwischendurch

Neuanfänge können manchmal ziemlich schwierig sein. Sei es, dass wir Angst vor Neuanfängen haben oder schlicht keine Lust mit etwas Neuem zu starten, denn das Altbekannte ist oft leichter anzuwenden. Viele Handgriffe funktionieren intuitiv und wir brauchen uns nicht viel anzustrengen. Um einen Neuanfang leichter zu gestalten, habe ich mir inzwischen angewöhnt mir einen kleinen „Seelenstreichler“ am Ende einer Neuanfangsphase anzulegen. Ein solcher „Seelenstreichler“ ist einfach etwas, was mir guttut – also eine Belohnung, die mir den Neustart erleichtert und versüßt. So kann es sein, dass ich mir ein Stück Schokolade gönne, nachdem ich endlich begonnen habe für eine Hausarbeit, die ich schon lange aufgeschoben habe, zu recherchieren. Oder ich gönne mir ein gemütliches Wochenende mit einem Buch, wenn ich es endlich geschafft habe eine völlig neue Aufgabe anzugehen. Was ein „Seelenstreichler“ sein kann, ist für jeden anders und kann bei jeder Art von Neuanfang benutzt werden. Wichtig ist dabei nur, dass man sich kein Ziel mit einer Belohnung am Ende setzt, was erst nach langem erreichbar ist; denn dann kommt die Belohnung oft zu spät und auf der Durststrecke dazwischen ist man nur frustriert.

8) Neubeginn Montagmorgens: Ein Impuls von Dr. Annika Scholl

Work-Life-Balance TrainerInnen empfehlen, für eine gute Balance vier „wichtige Lebensbereiche“ zu berücksichtigen: Arbeit (z.B. Erfolg & Leistung), Sinn (z.B. Kreatives & Kultur), Soziales (z.B. Freunde, Familie & KollegInnen) und Körper (z.B. Sport & Entspannung). Das versuche ich oft zum Neubeginn einer Woche – also Montagmorgens – so umzusetzen, indem ich mir Termine für jeden dieser vier Bereiche in der neuen Woche einplane. Neben den Terminen für Arbeitsmeetings blocke ich mir z.B. auch  Zeiten für die wichtigen Aktivitäten, die eigentlich keine festen Termine beinhalten und daher manchmal zu kurz kommen (z.B. das Schreiben von Artikeln). Ebenso kann ich mir hier wöchentlich bewusst Zeit für die anderen drei Bereiche einplanen (sei es durch ein Mittagessen mit Freunden oder auch einen ausführlichen Spaziergang direkt auf dem Heimweg, um nur einige Beispiele zu nennen). Auf die Art und Weise kann jede Woche neu beginnen – und ich persönlich merke, dass ich im Rückblick auf eine Woche zufriedener bin, wenn ich mir montags kurz diese Zeit genommen habe (als wenn ich es versäumt habe).

9) Nehmen Sie sich einen Moment des Innehaltens! Ein Impuls von Dr. Kristin Knipfer

Der Jahreswechsel ist für viele auch ein Moment des Innehaltens: Man hat ein ganzes Jahr hinter sich gebracht und 365 neue Tage liegen vor einem! Man schmiedet Pläne: Was nimmt man sich vor? Was will man Neues lernen? Wohin möchte man reisen? Gleichzeitig lohnt sich ein Blick zurück und ich empfehle hierfür eine persönliche „End of the Year-Reflection“. Warum nicht einmal durch den Kalender blättern (oder klicken) und sehen, was man alles geleistet hat? In Erinnerungen schwelgen über das, was man Schönes erlebt hat? Was waren unerwartete Momente, mit denen man nicht gerechnet hat? Womit hat man am meisten Zeit verbracht – und wofür hätte man gerne mehr Zeit gehabt? Welche drei Worte kommen Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie 2019 beschreiben müssten? Was war Ihr persönliches Motto des Jahres 2019? Die Ergebnisse dieser Reflexion könnten die Planung des neuen Jahres inspirieren und die Aufmerksamkeit auf die Aspekte lenken, die 2019 ganz besonders wertvoll für Sie gemacht haben – oder die 2019 zu kurz kamen!

Die WissenswerkerInnen wünschen einen guten Neuanfang in 2020!

 

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Barbara Kump

Barbara Kump ist Professorin für Organisationsentwicklung an der Fachhochschule Wien, Assistant Professor am Institut für KMU-Management an der WU Wien, Expertin für Veränderungsprozesse, sowie ausgebildete Supervisorin und Business-Coach. Als promovierte Organisations- und Kognitionspsychologin publiziert sie regelmäßig in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Branchenmagazinen und hält Vorträge auf internationalen Konferenzen. Auf wissensdialoge.de schreibt sie vor allem über die Themen organisationales Lernen, Organisationsentwicklung, sowie Wissensprozesse in Zusammenhang mit Veränderung.