Durch Feedback und Reflexion besser führen lernen – Ein Best Practice Beispiel: Leadership Development im Rahmen der Executive MBA Programme der TUM School of Management

In Executive Education Programmen geht es schon lange nicht mehr um reine Wissensvermittlung. Immer wichtiger wird die persönliche Weiterentwicklung der Teilnehmenden. Besonders in Executive MBAs, die sich an Personen mit erster Führungserfahrung wenden, ist die persönliche Weiterentwicklung als Führungskraft ein wichtiges Anliegen. Die Teilnehmenden wollen sich selber besser kennen lernen, erfahren wie sie von anderen wahrgenommen werden und effektive Führungstools erlernen.

Gemeinsam mit meiner Kollegin Kristin Knipfer verantworte ich den Bereich Leadership Development der Executive MBA Programme der TUM School of Management und bin dort in der Konzeption und als Trainerin aktiv. Vor einiger Zeit habe ich in einem wissens.blitz unseren Ansatz der Führungskräfteentwicklung vorgestellt. Heute möchte ich Ihnen berichten wie dies in der Praxis aussieht.

In unserem Ansatz der Führungskräfteentwicklung kombinieren wir die evidenzbasierte Vermittlung von Strategien effektiver Führung auf Grundlage aktueller Forschungserkenntnisse mit einer gezielten Unterstützung des Selbstlernprozesses. Dazu nutzen wir drei Bausteine: Systematisches Feedback, Vermittlung effektiver Führungsverhaltensweisen und eine Anleitung zur Reflexion, um den Transfer in den Arbeitsalltag zu erleichtern. Wie funktioniert dies in der Praxis?

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  1. Feedback – wo liegen individuelle Stärken als Führungskraft?

Zunächst bekommen alle Teilnehmenden die Gelegenheit Feedback zu ihrem derzeitigen Führungsverhalten zu erhalten. Sie schätzen sich mit Hilfe eines Onlinefragebogens selber ein und bitten auch Kollegen oder ihre Teams teilzunehmen. Dadurch lernen die Teilnehmenden sich selbst, ihre Stärken und Entwicklungspotenziale besser kennen.

 

  1. Effektive Führung – Ausbau des eigenen Verhaltensrepertoires

Anschließend erläutern wir effektive Führungsverhaltensweisen, d.h. in der Wissenschaft etablierte Führungstheorien, und die Teilnehmenden diskutieren, wie diese in ihrem Arbeitsumfeld eingesetzt werden können. Basierend auf diesem Wissen und dem persönlichen Feedback erstellt jeder Teilnehmende einen individuellen Entwicklungsplan, um gezielt an der Entwicklung als erfolgreiche Führungskraft zu arbeiten. Dabei geht es sowohl darum andere zu motivieren, wie auch darum authentisch zu sein und das Verhalten an eigenen Wertvorstellungen auszurichten.

 

  1. Reflexion über herausfordernde Führungssituationen

Die Umsetzung des Entwicklungsplans unterstützen wir im Verlauf des EMBAs durch Reflexion. Dazu leiten wir die Teilnehmenden an, Situationen, in denen sie ihren Entwicklungsplan in den Arbeitsalltag übertragen haben, zu analysieren: Was lief gut? Was hat nicht funktioniert? Gemeinsam reflektieren wir dann Barrieren und entwickeln Ansätze, diese Hindernisse zu überwinden. Hierbei ist wichtig, dass die Teilnehmenden sich gegenseitig im Entwicklungsprozess hin zu einer besseren Führungskraft unterstützen und in einem sicheren Rahmen auch kritische Situationen offen diskutieren können.

Unsere bisherigen Evaluationsergebnisse zeigen, dass dieser Ansatz sehr vielversprechend ist. Die Teilnehmenden berichten davon, dass sie sich im Verlauf des Executive MBA Programms stärker mit der eigenen Führungsrolle identifizieren und sich als Führungskraft mehr zutrauen. Und nach Abschluss des 15-monatigen EMBA-Programms gibt ein Großteil der Alumni an, mehr Verantwortung in ihren Unternehmen bekommen zu haben.

 

Ellen Schmid

Ellen Schmid ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität München und beschäftigt sich in ihrer Forschung mit effektiver und nicht effektiver Führung

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Ellen Schmid

Ellen Schmid ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität München und beschäftigt sich in ihrer Forschung mit effektiver und nicht effektiver Führung

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