Motiviert durch Erfolg und Misserfolg

Häufig sind es die Erfolge, die uns motivieren, uns bei einer Aufgabe weiter zu engagieren. Doch auch Misserfolge können eine motivierende Wirkung haben. Dieser Blitz erklärt, warum dies so ist und zeigt Möglichkeiten auf, wie Sie diese Wirkung nutzen können.

Download: wissens.blitz (17)

Um ein Ziel zu erreichen, ist zumeist ein gewisses Maß an Anstrengung erforderlich. Doch was motiviert uns dazu, auf dem Weg zu einem Ziel nicht aufzu­geben und uns weiter zu engagieren? Forscher gehen davon aus, dass zum einen Erfolge und Situatio­nen, in denen (Teil-) Ziele erreicht wurden, das Potential bieten, uns für darauf folgende Aufgaben weiter zu motivieren – dies können z.B. der Abschluss einer Aufgabe oder eine Ideen bringende Diskussion sein. Aber auch Misserfolge und Situationen, in denen ein Ziel noch nicht erreicht wurde (z.B. eine unge­lös­te Aufgabe, ein unzufriedener Kunde) können eine motivierende Wirkung haben.

Die Wirkung von Erfolg & bereits erreichten Zielen

Erfolge machen uns bewusst, was wir bereits geschafft haben. Sie können dazu beitragen, dass wir anschlie­ßend zuversicht­licher und mit gesteigertem Engage­ment an Aufgaben herantreten, indem sie:

Die Wirkung von Misserfolg & noch unerreichten Zielen

Auch Misser­folge und Ziele, die noch nicht erreicht wurden, können motivierende Effekte haben, denn sie:

  • die Stimmung erhöhen, d.h. wir fühlen uns gut, ein Ziel erreicht zu haben
  • das Gefühl vermitteln, dass unser Handeln effektiv ist
  • und so sowohl unser Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten als auch unsere Erwartungen erhöhen, auch in Zukunft erfolgreich sein zu können

Die motivierende Wirkung nutzen

Die motivierende Wirkung von (Miss-) Erfolgen kann man auf verschiedenen Wegen nutzen. Wichtig ist es dabei, sich sowohl der positiven Auswirkungen als auch der möglichen Einschränkungen bewusst zu sein.

  • signalisieren, dass ein gewünschtes Ziel noch nicht erreicht und weitere Anstrengung notwendig ist
  • lösen so ein gewisses Maß an Unzufrieden­heit aus und
  • steigern damit die Bereitschaft, weitere Energie in ein Ziel zu investieren und bei Veränderungen mitzuwir­ken – vor allem dann, wenn das Ziel uns wichtig ist

(1) „Ausruhen“ nach und auf Erfolgen

Wenn ein Ziel erreicht wurde (z.B. ein Projekt abge­schlossen ist), können wir als Konse­quenz darauf zumeist unsere Anstrengungen für dieses Ziel redu­zieren und die Situation dazu nutzen, wieder Energie für neue Aufgaben zu sammeln. Indem Sie sich Erfolge am Arbeits­platz oder auch in der Freizeit bewusst machen, können die eigenen Ressour­cen wie­der aufge­füllt und das Befin­den gesteigert werden. Folglich kön­nen Sie Ihre Aufgaben anschlie­­ßend wieder mit mehr Leis­tungsbe­reit­­schaft und Engagement angehen.

Allerdings bedeuten Erfolge nicht immer, dass ein Ziel bereits vollständig erreicht ist und die Anstren­gungen für dieses Ziel tatsächlich vermindert werden können. Sie bieten demnach auch die „Gefahr“, dass man sich nach einem Erfolgserlebnis anderen Aufgaben zuwen­det, auch wenn ein Ziel eigentlich weiterer Anstrengung bedarf (z.B. Teile eines Produkts noch einmal über­ar­beitet werden müssen).

(2) Möglichkeiten bei Misserfolg bewusst machen

Eine Auseinandersetzung mit den eigenen Mög­lichkeiten, Misserfol­ge zu bewältigen, kann dabei helfen, Lösungen für Probleme zu finden und umzu­set­zen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn Misserfolge auf beeinflussbare Aspekte einer Situation und nicht als Zeichen für mangeln­de eigene Fähig­keiten gewertet werden, da dies die Motiva­tion hemmen und lediglich Gefühle von Unzufriedenheit verstärken kann. Somit kann die be­wusste Auseinandersetzung mit unerreich­­ten Zielen Sie auch dabei unter­stützen, beste­hende Schwierigkei­ten auf dem Weg zu einem Ziel zu akzep­tieren und dement­sprechend entweder die eigenen Ziele anzu­passen oder sich alternative Ziele zu suchen.

(3) Verfügbarkeit von Ressourcen prüfen

In manchen Fällen ist man dabei auch auf andere Personen angewiesen. Zum einen kann eine Rückmel­dung von anderen die eigene Sicht­wei­se auf den Fortschritt hinsicht­lich eines Ziels er­gänzen. Dadurch wird einem sowohl bewusst, was be­reits alles erreicht wurde, als auch welche neuen Mög­lichkeiten es zur Erreichung eines Ziels geben kann. Zum anderen können Sie in Gesprächen mit Kolleg­In­nen oder Vor­gesetzten die für das Erreichen eines Ziels nötigen Ressour­cen, wie z.B. Infor­matio­nen oder Unter­stützung durch andere, diskutieren und (im Rah­men der gegebenen Möglichkeiten) einfordern. Auch Sie selbst können Perso­nen in Ihrem Umfeld rückmel­den, wenn Sie einen Erfolg wahrnehmen oder den Eindruck haben, dass etwas gerade in eine unerwünschte Richtung verläuft. Fokus­sie­­ren Sie dabei jeweils auf die Aspekte, die tatsächlich verändert werden können.

Fazit: Erfolge und Misserfolge können unser zukünftiges Engagement steigern, mitunter dadurch, dass man sich diese bewusst macht und sich mit anderen darüber austauscht. Wichtig sind dabei u.a. die eigene Inter­pretation einer Situation und eine gewisse Balance zwi­schen Erfolg und Misserfolg.

 

 

Literaturhinweis:
Carver, C. S., & Scheier, M. F. (1998). On the Self-regulation of Behavior. New York: Cambridge University Press.
Binnewies, C. & Sonnentag, S. (2008). Recovery after work. Unwinding from daily job stress. In R. Burke & C. L. Cooper (Eds.), The long work hours culture: Causes, consequences and choices (pp.275-293). Bingley, UK: Emeral

Zitieren als: Scholl, A. (2011). Motiviert durch Erfolg und Misserfolg. wissens.blitz (17). http://www.wissensdialoge.de/erfolg-und-misserfolg

Annika Scholl

Annika Scholl forscht am Leibniz-Institut für Wissensmedien und hält Lehrveranstaltungen an den Universitäten in Tübingen und Konstanz. Als Sozial- und Organisationspsychologin publiziert sie regelmäßig in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Branchenmagazinen und hält Vorträge auf internationalen Konferenzen. Auf wissensdialoge.de schreibt sie über die Themen Macht und Führung, organisationales Lernen, Reflexion als Lernprozess und den Wissenaustausch in Arbeitsteams.

Vollständiges Profil anzeigen. - Website

Annika Scholl

Annika Scholl forscht am Leibniz-Institut für Wissensmedien und hält Lehrveranstaltungen an den Universitäten in Tübingen und Konstanz. Als Sozial- und Organisationspsychologin publiziert sie regelmäßig in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Branchenmagazinen und hält Vorträge auf internationalen Konferenzen. Auf wissensdialoge.de schreibt sie über die Themen Macht und Führung, organisationales Lernen, Reflexion als Lernprozess und den Wissenaustausch in Arbeitsteams.

9 Gedanken zu „Motiviert durch Erfolg und Misserfolg

  • 5. April 2011 um 9:47
    Permalink

    Hallo Annika,

    zwei Punkte zu Deinem Blitz:

    1. finde ich es total wichtig, dass Erfolge und Misserfolg gleichermaßen als „Lerngelegenheiten“ betrachtet werden. Voraussetzung ist, dass man beides bewusst reflektiert und für zukünftige Situationen Schlussfolgerungen zieht! Misserfolge, Fehler oder „Störungen“ sind ja schon lange als Auslöser von Reflexion bekannt und – obwohl es wirklich eine Herausforderung ist, sich (als Einzelperson oder als Unternehmen) konstruktiv mit den eigenen Misserfolgen auseinanderzusetzen, ist deren Lernpotenzial längst erkannt. Dass auch Erfolge interessante Reflexionsanstöße geben können, und man gerade auch Erfolge reflektieren sollte, geht in der Literatur zum Thema „Lernen aus Erfahrung“ bzw. „Lernen durch Reflexion“ immer etwas unter nach dem Motto „Alles paletti – kein Grund drüber nachzudenken!“

    2. finde ich Deinen Hinweis auf die subjektive Ursachenzuschreibung von Erfolgen und Misserfolgen (wenigstens zu einem realistischen Maß) auf die eigene Person wichtig, damit man beides überhaupt als Lerngelegenheit wahrnimmt: Nur, wenn ich die Ursache von Erfolg oder Misserfolg (teilweise) bei mir selbst, meiner eigenen Anstrengung/Leistung/Person sehe, kann ich beides als Chance begreifen, mich persönlich weiterzuentwickeln – zum Thema „Kausalattribution“ kann die Psychologie ja viel sagen. Generell würde ich sagen: Worin man die Ursache eines Erfolgs/Misserfolgs sieht, hat starke Auswirkungen auf die Motivation und die Bereitschaft, sich mit Erfolgen/Misserfolgen auseinanderzusetzen!

    LG
    Kristin

    Antwort
  • Nowlan697@arcor.de'
    6. April 2011 um 22:10
    Permalink

    Ich bin gerade eben durch Zufall auf die Seite gekommen. Gefaellt mir bis jetzt gut.

    Antwort
  • nicole.hathold@gmx.at'
    18. April 2011 um 20:29
    Permalink

    Hallo,

    ich finde es ein sehr interessantes Thema, dass Erolg und Misserfolg die Motivation gleichermaßen beinflussen kann. Ich bemerke auch oft bei mir selbst, dass ich durch eine Niederlage viel ehrgeiziger und somit auch motivierter bin, es noch einmal zu probieren. Ich denke, wie bereits Kristin oben erwähnte, dass die Motivation auch sehr von der Kausalattribution abhängt. Es gibt sicher einige Personen die Misserfolgserlebnisse nach außen hin attribuieren und dadurch vielleicht stärker motiviert sind, die Probleme und Hindenrisse von Außen zu überwinden um das Ziel zu erreichen, als wenn sie ihr Scheitern sich selbst zuschreiben und somit davon überzeugt sind, dass sie nicht die Fähigkeiten dazu haben. Es wird aber bestimmt auch Personen geben, bei denen das genau umgekehrt der Fall ist, die gerade dann motivierter sind und sich mehr anstrengen um allen zu zeigen und vor allem auch sich selbst, dass sie doch das Können dazu haben. Das ist wahrscheinlich sehr individuell.
    Aber ich finde das ein sehr spannendes und interessantes Thema.

    Lg Nicole

    Antwort
  • dario10@gmx.at'
    27. April 2011 um 18:08
    Permalink

    Hallo!

    Ich finde auch dass die Tatsache, ob man eher aus Erfolg oder aus Misserfolg lernt, individuell ist. Und es hängt auch vom Bereich ab, in dem man gerade Erfolg oder Misserfolg erleben durft/musste.
    Denn, ein Beispiel aus meinem Leben: Ich mag einen Teilbereich in meinem Studium gar nicht. Trotzdem sind bestimmte Prüfungen vorgeschrieben. Jetzt habe ich Wochenlang die Bücher gewälzt – und die Prüfung dennoch nicht bestanden. Dann möchte ich am liebsten nie mehr in diese Unterlagen schauen, weil ich genervt bin, nicht bestanden zu haben und ausserdem kein Interesse an diesem Teilbereich besteht.
    Allerdings, bei meinem Hobby übe ich bestimmte Sachen immer wieder und wieder – weil ich sie können möchte.
    Also, sowohl die Zuschreibung des Erfolges oder Misserfolges, internal oder external, als auch die Beliebtheit der zu erledigenden Aufgabe spielen eine Rolle dabei, ob man aus Erfolg oder Misserfolg lernt.

    Lg Michaela

    Antwort
  • Katharina.prettenthaler@gmx.at'
    2. Mai 2011 um 16:32
    Permalink

    Hallo

    Also ich kann dieses Thema gerade gut mit meinem Sport in Verbindung bringen. Ist man erfolgreich und gewinnt jedes Match, ist es leicht sich fürs Training und andere Hürden zu motivieren und man sieht Sinn in dem was man tut. Man steigert sich von mal zu mal und stellt immer höhere Ansprüche, doch was passiert wenn man plötzlich einen Misserfolg erlebt, der einem den Boden unter den Füßen wegzieht?… Im selben Moment sieht man keinen Sinn und ist alles andere als motiviert sein Ziel weiter zu verfolgen. Nach einer gewissen Zeit glaube ich jedoch, dass man aus Fehlern bzw. Misserfolgen lernen kann und sich neu motiviert. Denn ich denke das es wichtig ist auch Misserfolg zu erleben, denn wenn man zum Beispiel nur gewinnt und keine Niederlage erlebt, kann man seine Erfolge nicht mehr schätzen und man wird demotiviert.
    Aus meinen Erfahrungen im Sport denke ich mir das eine gute Mischung, aus Erfolg und Misserfolg, Motivations-steigernt ist.

    Lg Kathi

    Antwort
  • gerrit.oreschnik@edu.uni-graz.at'
    4. Mai 2011 um 13:33
    Permalink

    Ich bin ganz deiner Meinung Kathi. Ich mache seit elf Jahren wettkampfmäßig Leichtathletik und konnte so bereits in jungen Jahren lernen mit Erfolg bzw. Misserfolg umzugehen, was mich bestimmt „stärker“ gemacht hat. Deshalb finde ich es auch total wichtig, dass man solche Erfahrungen bereits in seiner Kindheit durchlebt, auch wenn es manchmal nicht einfach ist.
    Nach einem Wettkampf, bei dem ich nicht das erreichen konnte, was ich wollte, lege ich oft noch Extra-Trainingseinheiten ein, um mein Ziel dann auch wirklich zu erreichen. Nach einem Erfolg geht es mir ähnlich, ich will mehr trainieren, um noch mehr erreichen zu können.

    Würde man immer nur gewinnen, wäre das Leben ja langweilig und man kann eigentlich nur Siege/Erfolge schätzen, wenn man auch Niederlagen erlebt hat.

    Antwort
  • christian.pfeifer@edu.uni-graz.at'
    4. Mai 2011 um 15:13
    Permalink

    Hallo Gerrit, Hallo Kathi

    Auch ich betreibe schon seit einigen Jahren wettkampfmäßig Sport und dementsprechend kann ich auch schon auf Erfahrungen mit Erfolg und Misserfolg zurückgreifen. Trainingsmotivation entsteht bei mir einerseits aus einer persönlichen Zielsetzung für einen kommenden, wichtigen Wettkampf, andererseits aus der Tatsache, dass mir Training an sich einfach Spaß bereitet. Für mich ist dann das Erreichen meines Zieles (Erfolg) Bestätigung meiner Anstrengung und das ruft zumal ein Glücksgefühl hervor. Wenn ich aber meine gewünschte Leistung nicht abrufen kann, dann versuche ich erstmals Gründe dafür zu finden. Dabei habe ich bemerkt, dass es längerfristig nichts bringt, wenn man Ausreden sucht. Wichtig ist zu erforschen, was schief gelaufen ist und vor allem wie hätte ich in der Situation reagieren müssen, um Erfolg zu haben. Bei mir gibt dies dann Anlass zu vermehrten Training und somit befinde ich mich wieder in der Trainingsmotivationsspirale.

    Meiner Meinung nach sind jedoch Motivation nach Erfolg und Motivation nach Misserfolg von anderen Motiven geprägt. Training nach Erfolgen gilt dem Streben nach Mehr bzw. „Ich will zeigen, dass ich noch mehr kann“ und Training nach Misserfolgen folgt dem Leitsatz: „Ich weiß, dass ich es kann und das nächste Mal werde ich das auch zeigen“.

    Ich denke wenn man sich seiner Zielsetzung bewusst ist, dann hat man nie mit Motivationsproblemen zu kämpfen, denn man hat immer was „vor dem Auge“ auf das man hinarbeitet.

    Antwort
  • 4. Mai 2011 um 16:35
    Permalink

    Vielen Dank für die Kommentare! Ich finde die Anwendung auf Erfolge und Misserfolge im Sport sehr spannend – was ich aus den ersten Kommentaren herauslese, ist dass beim Umgang mit (Miss-)Erfolgen auch eine große Rolle spielen kann, wie wichtig mir persönlich ein Ziel ist, das (nicht) erreicht wurde. Da Erfolge häufig das Gefühl verstärken, dass man etwas kann (z.B. auch im Sport) und dass die Tätigkeit einem Spaß macht, ist es gut möglich dass man sich im Anschluss daran höhere Ziele für die Zukunft setzt, im Sinne von „Das habe ich geschafft, also kann ich auch noch mehr erreichen.“

    Ein möglicher Nachteil, der im Hinblick auf Erfolge häufig diskutiert wird, ist dass sie u.U. dazu verleiten können, sich bei diesem Ziel zukünftig weniger anzustrengen. Das trifft vielleicht im Sport weniger zu, könnte aber bspw. der Fall sein, wenn mehrere Dinge parallel erledigt werden müssen (z.B. bei der Arbeit oder im Studium). In solche Fällen wendet man sich nach einem Erfolg bei einer Aufgabe vielleicht erst einmal einer anderen zu, die gerade mehr Aufmerksamkeit erfordert. Auch dabei spielen sicher das Interesse und die Bedeutung einer Aufgabe eine Rolle.

    Für den Umgang mit einem Misserfolg ist es aus meiner Sicht zentral, dass Personen einen „Ausweg“ sehen und Möglichkeiten damit umzugehen, z.B. wenn man bei einem Wettkampf verloren hat. Dabei ist die Attribution wichtig, also was ich dafür verantwortlich mache, aber auch dass ich mich in der Lage sehe, mich zu verbessern und an dem Ziel zu arbeiten. Möglicherweise können gerade dabei frühere Erfolge (z.B. bei früheren Wettlämpfen) ansetzen, indem sie die Zuversicht steigern – was aus meiner Sicht auch, wie auch in euren & Ihren Kommentaren geschrieben, die Bedeutung eines gewissen Ausgleichs von Misserfolgen und Erfolgen aufzeigen würde.

    Antwort
  • sabrina.dreier3@gmail.com'
    8. Mai 2011 um 14:39
    Permalink

    Hallo,
    meiner Meinung nach ein sehr interessanter Artikel. Auch ich denke, dass es sehr vom individuellen Charakter abhängt, wie man mit Erfolgen und Misserfolgen umgeht. Beides is wichtig, aus beidem lernt man, doch Menschen werden eher mit dem einem oder anderem Aspekt besser zu recht kommen. Mich persänlichen demotivieren Misserfolge, besonders wenn sie nicht an mir selbst liegen. Ich reagiere leider nicht mit einem Motivationsschub darauf und widme mich jener Sacher intensiver, sondern reagiere mit Resignation. Wenn ich in einer Situation versage, die mir unwichtig ist, betrübt mich das wenig und beeinflusst meine Motivation nicht negativ, handelt es sich jedoch um Situationen, die für mich von Bedeutung sind, empfinde ich Gefühle der Inkompetenz, was meine Motivation nicht steigert, sondern reduziert.
    In meinem Psychologiestudium habe ich gelernt, dass wir Erfolge und Misserfolge auf Fähigkeiten, Anstrengungen, Glück oder Handlungen anderer attribuieren. Demnach glaube ich nicht, dass Erfolge und Misserfolge in jeder Situation gleich motivieren, denn ein Versagen, das auf die individuelle Fähigkeit zurück geführt wird, führt zu Gefühlen von Inkompetenz, Resignation und in schlimmen Fällen möglicherweise sogar zur Depression. In solchen Fällen wird die Motivation bei Misserfolgen wohl eher sinken, wobei bei Attributionen auf Fähigkeiten anderer Gefühle von Wut und Ärger entstehen und man deshalb wohl eher motiviert ist, diese Situationen bei einer neuen Gelegenheit positiv zu verändern. Auch hängt die Attribution von der Stabilität ab. Ich kann zum Beispiel in einem Gebiet sehr fähig sein und trotzdem versagen, weil ich Kopfschmerzen hatte oder einfach keinen guten Tag. Wenn ich anerkenne, dass diese Situation einfach Pech war und somit eine Ausnahme, kann ich auch besser damit umgehen und bin womöglich motiviert, diese Situation beim nächsten Mal erfolgreicher zu wiederholen.
    Außerdem denke ich, dass der Umgang mit Misserfolgen auch sehr vom Selbstvertrauen der jeweiligen Person abhängt. Eine selbstsichere Person geht vermutlich mehr Risiken ein, wodurch sie wahrscheinlich viele Rückschläge erlebt, wohl aber auch mehr Erfolge.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.