Eingeschränkte Buchempfehlung: «Organizing Creativity»

Eigentlich bin ich kein Freund davon, Bücher zu empfehlen, die man selbst geschrieben hat. Das schreit nach einem Interessenkonflikt. Allerdings habe ich eines meiner Bücher wiederholt empfohlen — einfach weil mir keine besseren Bücher zu dem Thema bekannt sind. Und ehrlich gesagt, das eigene Buch selbst zu empfehlen ist auch nicht so viel schlimmer als wenn es Freunde für einen empfehlen. 😉 Nach diesem Disclaimer …

«Organizing Creativity — How to generate, capture, and collect ideas to realize creative projects.» gibt Tips, wie kann man kreative Projekte umsetzen kann, indem man Ideen generiert, festhält und sammelt.

Hintergrund ist ein recht bekanntes Modell zur Kreativität:

Bei diesem zyklischen Prozess wird der Ablauf von «Beschäftigung mit dem Thema», «Inkubationsphase» (man macht etwas anderes), «Einsicht/Aha-Erfahrung» (man hat die Idee), Evaluation (die Idee wird geprüft) und Elaboration (Idee wird ausgearbeitet) wiederholt durchlaufen. Kreativität ist also nicht nur eine Idee, die man «hat» und dann umsetzt, sondern es erfordert eine wiederholte Beschäftigung.

Fast alle kreativen Projekte bestehen zusätzlich auch aus mehr als einer Idee. Zum Beispiel liegt einem Buch mehr als nur eine Idee zugrunde (z. B. einem guten Plot), sondern besteht aus vielen auf einander bezogenen Ideen.

Gleiches gilt für andere kreative Projekte — sei es im privaten Bereich oder im Beruf, sei es in der Wirtschaft oder in der Wissenschaft.

Das ein kreatives Projekt aus mehr als einer Idee besteht macht kreative Projekt sehr schnell sehr komplex — und es erfordert Organisation, um mit dieser Komplexität umzugehen. Organisation und Kreativität sind also keine Gegensätze sondern Kreativität ist auf eine gute Organisation angewiesen.

Entsprechend habe ich in «Organizing Creativity» den Prozess von der Beschäftigung mit dem Thema über das Generieren von Ideen, das Festhalt von Ideen, das Sammeln von Ideen sowie die Umsetzung und Archivierung von kreative Projekten betrachtet. Weitere Kapitel gehen auf Werkzeuge und allgemeine Tips (z. B. für das Schreiben von Büchern) ein.

 

Wie die Graphiken schon zeigen ist das Buch in englischer Sprache geschriebe und als selbstpubliziertes «just-for-fun» Projekt umgesetzt. Das bedeutet allerdings auch, dass es kostenfrei als PDF unter http://www.organizingcreativity.com/book-as-pdf/ verfügbar ist. Das Buch ist 2012 erschienen und bis auf das ein oder andere empfohlene Programm ist es noch immer aktuell (leider wurde «Circus Ponies Notebook» — eine hervorragende Notizbuchsoftware für den Mac — eingestellt). Der Fokus war auf einem praxisnahen Buch, welches auf psychologischer Forschung basiert, aber diese nicht in den Vordergrund rückt.

Falls in dem Buch etwas für Sie dabei ist, freue ich mich über Feedback. Über Verbesserungsvorschläge freue ich mich ebenso — schließlich kann sich eine Idee nur dann Verbessern, wenn man diese weiter ausarbeitet. Und dafür benötigt es Feedback.

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