Ein Intranet ohne Wikifunktionalität ist jede Menge verschenktes Potenzial und ein echter Wettbewerbsnachteil

Das nächste Interview für unseren Knowledge Jam @ i-KNOW 2011 habe ich mit Martin Seibert geführt. Ich kenne ihn von der Wikisym, einer Konferenz zum Thema Wikis und Open Collaboration. Im Interview geht es um die Frage, wie Wiki im Wissensmanagement sinnvoll eingesetzt werden können.

Bitte vervollständige die folgenden Sätze.
Wissensmanagment ist erfolgreich, wenn …

  • … jeder Mitarbeiter versteht, dass es ihm selbst etwas bringt.
  • … wenn es durchdacht und mit den richtigen Werkzeugen angepackt und/oder unterstützt wird.
  • … es das Wissen nicht in isolierten Silos verschwinden lässt.
  • … Wissensmanagement nicht als Wissenshorten und/oder „Wissen verwalten“ verstanden wird.
  • … es jedem Mitarbeiter ermöglicht, gehört zu werden und sich einzubringen.

Ich mag Wikis, weil …

  • … es nicht viele Dinge gibt, die mit einem Wiki nicht besser werden.
  • … sie für Offenheit, Transparenz und Vertrauen stehen.
  • … mehrere Augen und Hirne besseren Output erzeugen.
  • … sie einem Team/einer Firma erlauben, einfacher zu kommunizieren.
  • … sie eine Lücke auf dem Kontinuum der Kommunikationswerkzeuge schließen (Gespräch, Telefon, Mikroblog, Wiki, E-Mail, etc.).
  • … sie es erlauben, einfach Dokumente zu erstellen und diese gemeinsame in mehreren Iterationsschritten laufend zu verbessern.
  • … es das Denken über Zusammenarbeit und gute Ergebnisse verändert.

Ein Intranet ohne Wikifunktionalität ist …

… ein Bahnsteig, auf dem man abgehetzt steht und den Zug, in dem die Wettbewerber sitzen, in der Ferne davonbrausen sieht. Es ist unpraktisch, weil eine „Information“ viele kostspielige Umwege machen muss, um aus dem Kopf eines Mitarbeiters in das gewünschte Dokumente zu gelangen (und auf dem Weg häufig verloren geht). Also: Jede Menge verschenktes Potenzial und ein echter Wettbewerbsnachteil.

Der Wissensmanagement-Killer: Was muss man tun, damit Wissensmanagement auf jeden Fall schief geht?

Man muss den Leuten kommentarlos ein neues System im Standard-Layout vor die Nase setzen, in die Hände klatschen und sagen: „Hier ist es, dann legt mal los.“ Außerdem muss man Zwang und Druck auf die Mitarbeiter ausüben und sich nur auf technische und nicht auf organisatorische Aspekte konzentrieren.

Wenn Du jeden Tag genau 7 Minuten für Wissensmanagement hättest: Wie würdest Du die nutzen?

Mir auf dem Wiki-Dashboard einen Überblick über jüngsten Aktivitäten verschaffen und zu den wichtigsten Dokumenten Inhalte per Kommentar beisteuern. Oder ich würde die Zeit dafür nutzen, um über eigene Lernmuster und Verhaltensmuster zu reflektieren. Dann werden durch weniger E-Mails, effizientere Meetings und schneller auffindbare Informationen bald mehr als 7 Minuten für Wissensmanagement bleiben.

Was sind Deiner Meinung nach die wichtigsten 3 „hot topics“ der nächsten Jahre?

  • „Information overflow“: Wie gehe ich mit der stetig wachsenden Zahl von Informationsflüssen um. Was sind sinnvolle, skalierbare und belastbare Herangehensweisen? Welche Werkzeuge oder Technologien können mich dabei unterstützen?
  • Konsolidierung von Informationsquellen: Wie bekommen ich meine zahllosen RSS-Feeds, E-Mails und Activity-Streams in einen einheitlichen „Strom“ von sinnvoll und überschaubar strukturierten Informationen gefasst?

martinseibert-seibertmedia

Martin Seibert ist Geschäftsführer von //SEIBERT/MEDIA. In den vier Kompetenzfeldern Consulting, Design, Technologies und Systems ist die Internet-Agentur aktiv. Ein Schwerpunkt ist die Konzeption und Umsetzung von wikibasierten Intranets. Er bloggt mit seinen Kollegen unter http://blog.seibert-media.net/. Im Juni 2011 erscheint sein Buch Enterprise Wikis: Potenzial, Einführung, Stolperfallen, produktive und effiziente Nutzung.

Johannes Moskaliuk

Johannes Moskaliuk arbeitet als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Wissensmedien und als Hochschullehrer an der International School of Management. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist digitales Lernen und Arbeiten. Außerdem ist er Geschäftsführer der ich.raum GmbH und arbeitet als Business-Coach mit einem Schwerpunkt auf wertorientierter Führung und Kommunikation.

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Johannes Moskaliuk

Johannes Moskaliuk arbeitet als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Wissensmedien und als Hochschullehrer an der International School of Management. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist digitales Lernen und Arbeiten. Außerdem ist er Geschäftsführer der ich.raum GmbH und arbeitet als Business-Coach mit einem Schwerpunkt auf wertorientierter Führung und Kommunikation.

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